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Il brano è stato eseguito il 9 maggio 2010 all'Augsbuger Mozartfest 2010 (Germania), in un concerto dell'Orchestra dell'Accademia Mozart e dell'Augsburger Domsingknaben.

 

Vai alla Recensione su "La Regione Ticino" del 27 maggio 2010

 

Il musicologo Carlo Vitali, nell'ambito di una ricerca commissionata dall'Accademia Filarmonica e dalle Mozartways ha rinvenuto un interessante autografo di Lorenzo Gibelli, facente parte del lascito all'Accademia Filarmonica (1812).

 

Si riporta qui il testo dell'intervento di C. Vitali al convegno "Mozart und Italien" (Salisburgo, 25-26 luglio 2009).

 

Presseerklärung

zur Konferenz „Mozart und Italien“ – Salzburg, 25.-26. Juli 2009

Die Aufforderung, die ich erhielt, und die Ende Mai fällig wurde, bezog sich auf ein Stück italienischer Kirchenmusik aus der Zeit von Mozarts Reisen nach Italien, welches in einem Konzert in Augsburg, Mai 2010, erstaufgeführt werden sollte, in der Absicht, den Kontext wieder herzustellen, den der Komponist (Mozart) unmittelbar erlebte. Weitere Anforderungen waren, dass besagtes Stück:

1.) aus Bologna herstammen sollte; entweder von Padre Martini oder von irgendeinem

Komponisten, verbunden mit seiner Schule und / oder der Accademia Filarmonica,

deren Mitgliedschaft Mozart am 10. (zehnten) Oktober 1770 gewährt wurde;

2.) komponiert oder erstmals aufgeführt worden ist, während des Zeitraumes 1770-1773;

3.) einen wesentlichen Part für vierstimmigen Chor und Streicher enthielte, mit der freien

(begrenzten) Möglichkeit, das Sologesang und Blasinstrumente hinzugefügt werden

könnten;

4.) in Archiven von Bologna aufbewahrt, bislang unveröffentlicht und wert wäre,

wiederentdeckt zu werden;

5.) eine Aufführungsdauer von 20 Minuten nicht überstiege.

Alle diese Bedingungen erfüllt das Gloria C-Dur von Lorenzo Gibelli, für Soli, Chor, Streicher, zwei Hörner und Continuo, erhalten als eigenhändige Partitur innerhalb des Archivs der Accademia Filarmonica, dessen Katalogisierung noch im Gange ist (Dank an den Archivar Romano Vettori, der meine Nachforschungen freundlich unterstützte). Indizien aus den Akten der Accademia deuten darauf hin, dass das Gloria, obwohl auf der Titelseite der Handschrift mit 1773 datiert, am 9. (neunten) Juli 1772 erstmals aufgeführt worden sein dürfte, während der jährlichen Feierlichkeit für den Patronatsheiligen der Accademia, Sankt Antonius von Padua.

Die Veranstaltung der Feierlichkeit im Jahre 1770, von Dr. Charles Burney wie auch den Mozarts besucht, zeichnete gleichfalls eine Messeteil von Gibelli aus, die der britische Musikhistoriker folgendermaßen bewertete: „The Credo was composed by Signor Lorenzo Gibelli, a scholar of Padre Martini, which, in point of harmony, had its merit” (Das Credo war von Signor Lorenzo Gibelli komponiert, einem Schüler von Padre Martini, das, in bezug auf die Harmonie, seine Vorzüge hatte).

Leopold Mozart erwähnt „Maestro Gibelli“ unter den Persönlichkeiten, denen er und Wolfgang, während ihres Aufenthaltes in Bologna, vorgestellt wurden (Reisenotizen); aus Leopolds Brief vom 1. (ersten) September 1770 geht eindeutig hervor, dass sie Gibelli, in der Kirche von San Giovanni in Monte, persönlich sein Credo dirigieren sahen. Darüberhinaus belegen die Papiere der Accademia, dass Gibelli einer der beiden Censores war, die Wolfgangs Kontrapunkttest (Quaerite primum KV 86) für die Aufnahme in die Accademia genehmigten.

Lorenzo Gibelli (Bologna 1718-ebendort 1812), war weniger als Sänger und Opernkomponist denn als Kapellmeister in verschiedenen Kirchen in Bologna und Gesangslehrer (unter seinen Schülern: der Kastrat Crescentini, der Tenor Babbini und der Komponist Rossini) erfolgreich. Seinen Einfluss in der Accademia Filarmonica zeigen die Ämter, die er bekleidete: er amtierte so oft wie niemand vor ihm als Principe (Vorsitzender) und Censore (Richter), zudem, Padre Martini nachfolgend, als Diffinitore perpetuo (Schiedsrichter auf Lebenszeit).

Sein Gloria von 1773 verfügt über die typischen Erscheinungsmerkmale der bolognesischen Kirchenmusik der zweiten Hälfte des 18. (achtzehnten) Jahrhunderts; ganz besonders (siehe die beigefügten Notenbeispiele): dynamische Orchesterbegleitung, harmonische Feinheiten, gemäßigte und ausdrucksvolle Koloraturen in den Soloabschnitten, ein „hörerfreundlicher“ Umgang mit dem Kontrapunkt, aufbauend auf leichten und anmutigen Themata.

Carlo Vitali

Centro Studi Farinelli, Bologna